Schneeballsystem vs Multi-Level-Marketing (Strukturvertrieb)

Wenn Menschen den Begriff Multi-Level-Marketing (auch MLM, Network-Marketing oder Strukturvertrieb) hören, verbinden sie ihn gleich mit dem Begriff Schneeballsystem. In manchen Fällen mag das der Fall sein und der Begriff MLM wird lediglich als Tarnung verwendet. Oft jedoch werden seriöse Unternehmen fälschlich als Schneeballsystem bezeichnet. Um zu klären um was für einen Fall es sich handelt, muss man zuerst einmal die Definitionen kennen.

 

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Was genau ist ein Schneeballsystem?

Ein Schneeballsystem ist zuallererst einmal illegal. Es lebt nur von den Investitionen neuer Mitglieder, welche an die oberen Mitglieder verteilt wird. Es gibt kein (echtes) Produkt und keine (echte) Dienstleistung. Man muss neue Leute in das System bringen, sonst bekommt man seine Investition nie zurück.

Dies funktioniert so: Um Einzusteigen zahlt man eine einmalige oder wiederkehrende Gebühr oder muss einmalig oder wiederkehrend ein (überteuertes) Produkt kaufen. So wird man selbst Händler in diesem System. Jetzt hat man die Aufgabe das Produkt weiterzuverkaufen, bzw. andere dazu zu verleiten auch die Gebühr zu bezahlen. Das Produkt kann jedoch nur weiterverkauft werden, wenn diese Kunden gleichzeitig auch Händler werden.

Es werden große Gewinne versprochen, wenn man neue Menschen in dieses System hineinbringt. Ein Schneeballsystem ist also darauf ausgelegt unendlich zu wachsen, denn nur so erhalten weiteroben stehende ihre Investition zurück, bzw. machen Gewinne. Man erkenn sofort, dass diese Systeme nicht funktionieren können, denn ein Kunde darf nie erzwungenermaßen Händler sein müssen. Aus diesem Grund sind solche Systeme auch verboten. Die Grundlage hierzu bietet das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, genauer §16 Abs. 2:

„Wer es im geschäftlichen Verkehr unternimmt, Verbraucher zur Abnahme von Waren, Dienstleistungen oder Rechten durch das Versprechen zu veranlassen, sie würden entweder vom Veranstalter selbst oder von einem Dritten besondere Vorteile erlangen, wenn sie andere zum Abschluss gleichartiger Geschäfte veranlassen, die ihrerseits nach der Art dieser Werbung derartige Vorteile für eine entsprechende Werbung weiterer Abnehmer erlangen sollen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

Was ist Multi-Level-Marketing?

Das MLM, oder der Strukturvertrieb, ist keine neue Idee. Amway, Tupperware oder Thermomix sind die bekanntesten Beispiele hierfür. Im Prinzip arbeitet man im MLM in einem System als Großhändler und Einzelhändler. Als Einzelhändler gibt man ein Produkt oder eine Dienstleistung an eigene Kunden weiter und erhältst dafür eine Provision. Im Endeffekt wie ein Handelsvertreter.

Gleichzeitig kann man selbst als Großhändler mit eigenen Einzelhändlern zusammenarbeiten. Natürlich ist man, wie in jedem Handel, als Großhändler an den Umsätzen seiner Einzelhändler beteiligt. Die Einzelhändler können nun auch als Großhändler agieren und sich neue dazu holen. Auch an deren Umsatz ist man in bis zu mehreren Ebenen beteiligt.

Gerade in Vertrieben, u.a. in der Finanzbranche, ist diese Methode sehr beliebt. Unternehmen in dieser Branche arbeiten schon sehr lange in Deutschland. Daran kann man erkennen, dass echte MLM und Strukturvertriebe funktionieren und auch definitiv erlaubt sind.

Wie unterscheide ich Schneeballsysteme von einem MLM oder Strukturvertrieb?

Die wichtigsten Punkte, es gibt noch einige mehr, sind folgende:

  1. In einem MLM wird im Normalfall keine Zahlung oder kein Kauf als Grundlage für die Zusammenarbeit verlangt. Wenn doch, dann in einem überschaubaren, sinnvollen Maße und nicht überteuert (z.B. Kauf einer Flasche monatlich nach dem Motto: Wie soll ich denn etwas verkaufen, dass ich selbst nicht nutze?“).
  2. Hinter einem MLM steht ein sinnvolles Produkt oder eine sinnvolle Dienstleistung, die man an Kunden verkaufen kann.
  3. In einem Strukturvertrieb erhältst du immer Geld für einen Verkauf, unabhängig davon, ob du schon Einzelhändler unter dir hast oder nicht.
  4. In einem Strukturvertrieb muss ein Kunde nie gleichzeitig Händler sein. Er kann wenn er will, muss aber nicht.
  5. Ein Schneeballsystem braucht den Zuwachs von neuen Mitgliedern, denn sonst kann kein Geld ausbezahlt werden.
  6. Auch wenn in einem MLM Zuwachs von weiteren Händlern erwünscht ist, so ist er nicht zwingen notwendig um Ertrag für das Unternehmen und den Händler einzubringen. Ein Händler ist nicht dazu verpflichtet neue Händler zu gewinnen, denn er kann auch allein durch den Verkauf des Produktes oder der Dienstleistung sein Einkommen steigern.

 

Bis nächste Woche, wie immer Mittwoch um 18.00.

Kevin Liebholz & das eFairSorger-Team

 

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