Wann muss ich ein Gewerbe anmelden?

Wir hören oft die Frage, ob man denn ein Gewerbe anmelden muss, wenn man bei eFairSorger aktiv werden will. Diese Frage stellen sich auch viele, die nebenberuflich in einem Vertrieb tätig werden wollen, sei es Finanzen, Tupperware oder Thermomix. Die grundlegende Antwort findet sich in §14 Abs. 1 1. Satz GewO:

„Wer den selbständigen Betrieb eines stehenden Gewerbes, einer Zweigniederlassung oder einer unselbständigen Zweigstelle anfängt, muss dies der zuständigen Behörde gleichzeitig anzeigen.“

Einfach gesagt, jeder, der ein Gewerbe beginnt, auch nur als Zweigniederlassung, muss dieses Anmelden. Nur was genau ist ein Gewerbe? Die Antwort hierzu findet sich in §15 Abs. 2 EstG und lautet auf nicht-juristen Deutsch folgendermaßen:

Jeder, der selbstständig und regelmäßig eine gegen Vergütung auf langfristigen Gewinn ausgerichtete Tätigkeit ausübt, muss ein Gewerbe anmelden. Ausgenommen hiervon sind Freiberufler und selbstständig Tätige in der Landwirtschaft.

Diese Anmeldung sollte direkt bei Aufnahme der Tätigkeit erfolgen, nicht erst, nachdem schon Geld geflossen ist. Es ist sogar oft von Vorteil die Anmeldung noch vor dem eigentlichen Start durchzuführen um Zeitprobleme und Unterbrechungen zu vermeiden. Das heißt nicht, dass man erst lange warten muss. Es bietet sich durchaus an diese Zeit zum Einlernen, Planen, Kontaktemachen und Fragenstellen zu nutzen. Vor allem aber muss man auch nicht warten, bis man Briefe von den Behörden bekommt. Mit dem Beleg der Zahlung für die Anmeldung und/oder dem gestempelten Formular ist das Gewerbe offiziell angemeldet und du kannst durchstarten. Aus diesem Grund empfehle ich dir persönlich, dass du selbst zum Gewerbeamt gehst und das Formular abgibst. Manchmal kann man auch einen Termin dafür ausmachen um nicht warten zu müssen.

Um ein Gewerbe anzumelden, füllst Du einfach ein Gewerbeanmeldeformular beim Gewerbeamt aus oder schickst es per Post hin. Dafür benötigst Du nur noch einen Personalausweis oder bei im Handelsregister eingetragenen Unternehmen (z.B. GmbH, AG, KG…) noch einen Handelsregisterauszug und den notariell beglaubigten Gesellschaftervertrag. In manchen Bereichen sind noch weitere Unterlagen nötig, etwa um die Qualifikation nachzuweisen.

Auch die Kosten hierfür sind überschaubar. Sie betragen je nach Ort zwischen 20€ und 40€.

Wichtig bei der Anmeldung ist, dass du das Geschäftsfeld definierst. Zum Beispiel „Vermittlung von Wärme-, Elektrizitäts-, Telekommunikationsverträgen“. Sollte sich das Geschäftsfeld ändern oder ausweiten, muss das mit Hilfe eines Änderungsformulares auch beim Gewerbeamt gemeldet werden. Das gleiche gilt bei Abmeldung oder örtlicher Verlegung des Gewerbes.

Was passiert dann?

Ein paar Tage nach der Gewerbeanmeldung erhältst Du einen Bescheid über die Anmeldung. Glückwunsch! Du bist ab sofort Unternehmer!

Das Gewerbeamt gibt auch direkt Meldung an das Finanzamt und die IHK. Auf diese musst Du nicht selbst zugehen. Sie schicken dir von sich aus einen Willkommensbrief mit der Bitte die beigefügten Formulare zur Datenerfassung auszufüllen. Bei Fragen kannst du im Normalfall auch dort anrufen.

Das war’s auch schon. Dein Gewerbe ist angemeldet und Du kannst loslegen.

Bis nächste Woche, wie immer Mittwoch um 18.00 Uhr.

 

Kevin Liebholz und das eFairSorger-Team

 

Das gleiche Thema findest Du auch in unserem Podcast Fair Radio. Immer gut für unterwegs und bei müden Augen. Höre es dir an…

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